Starke Landesligasaison mit krönendem Abschluss

Landesliga:  Saisonresümee TTV 1990 Wurzen I

20150418_174221 (Large)Aufgrund einer regionalen Umstrukturierung trafen die 1990er im Spieljahr 2014/15 in der Landesliga-Staffel 1 auf zumeist „unbekannte“ Teams aus der Region Dresden & Ostsachsen (statt bisher Leipzig/Chemnitz), was eine Vorabeinschätzung der diesjährigen Möglichkeiten schwer machte. Nach der guten Vorjahresleistung, welche nach starker Rückrundenleistung auf Platz vier endete, wollten sich die Wurzener in ähnlich stabiler Verfassung präsentieren und primär dem Thema „Abstiegskampf“ aus dem Wege gehen. Dieser Sorge konnte sich allerdings schnell entledigt werden – sogar das Gegenteil trat ein.

Im Auftaktmatch gelang ein verdientes Remis bei der Dritten der Leutzscher Füchse. Das Heimdebüt verlief mit einem 10:5 gegen Krauschwitz erfolgreich. Gegen Görlitz konnte trotz sicherem 6:0-Vorsprung gerade noch ein Unentschieden ins Ziel gerettet werden. In einer packenden Partie gelang anschließend ein wichtiger 9:7-Heimerfolg über Großnaundorf. Die größte Leistung vollbrachten die Keksstädter mit einem unerwarteten 9:7-Auswärtstriumph beim Sachsenligaabsteiger und Staffelfavoriten Penig – und setzten sich im Vorderfeld fest. Da aller guten Dringe bekanntlich Drei sind, gelang bei Bautzen II der dritte 9:7-Sieg in Folge. Während die dritte Mannschaft der Senfstädter keine Hürde darstellte (13:2), kam es gegen das abstiegsbedrohte Dresden-Mitte III wiederholt zu einem nervenaufreibenden 9:7-Sieg. Zum Hinrundenabschluss konnten ersatzgeschwächte Gastgeber von Dresden-Mickten mit 10:5 bezwungen und damit der sechste In-Serie-Erfolg erspielt werden. Mit 16:2 Punkten belegten die ungeschlagenen Keksstädter zur Saisonhalbzeit die Spitzenposition mit, aufgrund überraschender Konkurrenzpatzer, zwei bzw. drei Zählern Vorsprung auf die ärgsten Verfolger Penig und Leutzsch III.

Mit dem unerwartet positiven Abschneiden, in der jedoch um Einiges schwächer einzuschätzenden Staffel, wurde eine traumhafte Ausgangsbasis für die Rückserie geschaffen. Aufgrund der erzielten vielen knappen Ergebnisse war das Abschneiden zwar etwas glücklich, zeigte aber auch die diesjährigen Optionen auf: „Nichts ist unmöglich“.

Der Rückserienbeginn verlief nicht reibungslos: Bei Dresden-Mitte III gelang nach 0:6-Rückstand gerade noch ein wichtiges Remis, bevor anschließend Großnaundorf 10:5 distanziert werden konnte – wobei das Tschechen-Duo gänzlich leer ausging. In der Spitzenpartie gegen Penig konnte das TTV-Team seine aufkeimenden Titelambitionen mit einem 9:6-Erfolg bravurös bestätigen. Gegen die unbequemen Gäste aus Mickten endete dann die Ungeschlagenheitsserie – mit einem vermeidbaren 6:9 kassierte der Tabellenführer einen herben Dämpfer. Auch gegen Verfolger Bautzen II merkte man den Wurzenern die verlorene Lockerheit an – mit Kampf konnte jedoch eine gerechte Punkteteilung erzielt werden. Nachdem es auch gegen die abstiegsbedrohten Görlitzer lediglich zu einem nervenaufreibenden 8:8 reichte, war die Aufstiegskonkurrenz um Penig wieder in der Vorderhand. Doch nach ungefährdeten Erfolgen gegen die Absteiger (11:4 Krauschwitz, 14:1 Bautzen III) bei einem gleichsam abermaligen Patzer von Penig, hatten es die 1990er in der letzten Saisonpartie gegen den Dritten Leutzsch III selbst in der Hand, mit einem Sieg den Titel zu sichern: Mit einer konzentrierten Teamleistung ließ man sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und feierte einen umjubelten 10:5-Triumph. Gleichzeitig ersparte man sich damit die sportlich aussichtslose Aufstiegsrelegation.

Mit zwölf  Siegen und fünf Remis bei nur einer Niederlage erspielte der TTV mit 29:7 Punkten und 169:110 Spielen – nach einer überragenden Hinrunde als Erfolgsbasis – mit letztlich einem Zähler Vorsprung auf den ärgsten Verfolger Penig  den Spitzenplatz der Landesliga St. 1 (siehe Tabelle). Wenn ein Team die Tabellenführung über drei Viertel der Saison innehat, zweimal den Titelhauptkonkurrenten bezwingt und saisonübergreifend in 30 Landesligaduellen lediglich dreimal bezwungen werden konnte, kann man durchaus zurecht von einer verdienten Meisterschaft des TTV-Sextetts sprechen.

In den Einzelpartien gelang den Keksstädtern eine gute Gesamtbilanz von 128:86 Siegen, wobei die Einzelakteure – nach Paarkreuzen sortiert – folgende Ergebnisse errangen: Daniel Berger 28:8 (davon Hinrunde 16:2), David Wittmer 23:13 (11:7), Marco Schräpler 21:15 (10:8); Felix Späthe 8:24 (5:13), Jörg Kabus 24:10 (10:6) und Michael Seichter 23:13 (10:8). Die Doppel kamen auf eine starke Gesamtbilanz von 41:22 (22:11), wobei die Paarungen folgende Resultate erzielten: Berger/Wittmer herausragende 25:2 (14:1), Späthe/Kabus 9:6 (4:4) sowie Schräpler/Seichter 5:10 (3:5). Hervorzuheben ist die makellose 9:0-Entscheidungsdoppelbilanz von Berger/Wittmer, welche wesentlichen Anteil am TTV-Gesamterfolg hatte.

Die Wurzener nehmen zwar ihr Aufstiegsrecht wahr und starten zur nächsten Spielzeit nach vierjähriger Abstinenz wieder in der Sachsenliga (fünfhöchste Spielklasse, ehemals Verbandsliga) – bei diesem „Himmelfahrtskommando“ mit einer personellen Veränderung handelt es sich jedoch um ein ziemlich hoffnungsarmes Unterfangen und der Klassenerhalt erscheint illusorisch.

 

PlatzMannschaftSpielePunkte
TTV 1990 Wurzen 169:110 29:7
2TSV Penig 177:96 28:8
3Leutzscher Füchse 3 155:119 23:13
4MSV Bautzen 04 2 153:121 22:14
5SV Motor Mickten-DD 148:128 22:14
6SG Großnaundorf 156:121 19:17
7Post SV Görlitz 136:141 15:21
8SV Dresden-Mitte 3 131:147 15:21
9SV Stahl Krauschwitz 99:173 5:31
10MSV Bautzen 04 3 51:219 2:34
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